DIE GRÜNEN IM ZOLLERNALBKREIS

Hier geht es zur Website des Aktionsbündnisses:

>>> www.freier-heuberg.de

 

Aktionsbündnis Freier Heuberg spricht sich entschieden gegen den zeitnahen Baubeginn des Sprengplatzes Spitalwald aus

Pressemitteilung des Aktionsbündnisses Freier Heuberg 26.09.12:

Vor über 30 Bürgerinnen und Bürgern zeigte das Aktionsbündnis Freier Heuberg den Dokumentarfilm über die Verseuchung des Nato-Übungsgeländes auf Salto de Quirra auf Sardinien. Gezeigt wurde dieser Film zwei Wochen zuvor im ZDF.

Dieser Film zeigt die Folgen für Mensch und Tier durch eine Uran-und Torriumverseuchung in einem Naturschutzgebiet auf einer der schönsten Inseln im Mittelmeer, deren Auswirkungen ihren Höhepunkt derzeit erreicht. Durch radioaktives Torrium, welches in Menschen und Tieren gefunden wurde, kommen dort derzeit 15 % aller neugeborenen Kinder mit Mißbildungen zur Welt. Auch die landwirtschaftliche Nutzung der betroffenen Flächen wurde eingestellt, da man erhebliche Rückstände in den Mutterböden gefunden hat und auch bei Tieren auffallend viele Mißbildungen auftreten. Familien, die dort seit Generationen Landwirtschaft betreiben, müssen ihre Heimat verlassen. Auch der Rückgang des Tourismus wird befürchtet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, unter anderem gegen deutsche Rüstungsfirmen.

Auch auf Sardinien konnte sich bei Eröffnung des Sprenggebietes niemand vorstellen, dass es irgendwann zu solchen verheerenden Folgen kommen würde. Genauso wenig werden diese Auswirkungen auf unsere Gegend vorherzusehen sein, wenn der Sprengbetrieb im Sprenggebiet Spitalwald, direkt oberhalb von Ebingen, erst einmal ausgeübt wird. Bei High Order Sprengungen wird sich genauso wie in Sardinien Kriegsstaub auf unseren Böden ablagern und ins Grundwasser gelangen. Dass die Bundeswehr versichert, dass dies derzeit nicht der Fall ist, aber damit gleichzeitig gesagt wird, später schon, kann die betroffenen, teilweise alteingesessenen Bürgerinnen und Bürger im Saal nicht beruhigen. Vielen sind von ihren politischen Vertreter fast aller Parteien im Stadtrat bitter enttäuscht. Sie sehen für ihre Kinder keine Zukunft mehr in einer Gegend, die sich nicht gegen einen solchen massiven Eingriff in ihre Heimat stark macht. Sämtliche Bedenken werden seitens der Bundeswehr und ihrer Vertreter in Verwaltung und Politik einfach ignoriert und der Weg wird frei gemacht für einen Baubeginn in einer Woche. Billigend wird die Gefährdung der Grundwasserströme in Kauf genommen, genauso wie eine erheblich Lärmmehrbelastung in reinen Wohn-und Mischgebieten. Ignoriert werden auch die negativen Auswirkungen für den Tourismus in der Gegend, auch für Albstadt, die sehr viel Geld investiert hat in diese Zukunft als Sportstadt mit Rad-und Wanderwegen. Ein großes Potential hätte der Heuberg für diese Entwicklung bieten können, es wird langfristig zerstört, denn der Sprengplatz soll für die nächsten 30 Jahre gebaut werden.

Nach einer langen und regen Diskussion und großer Nachdenklichkeit wurde der Abend beendet mit dem Motto "Wir sind entschieden dagegen, niemand kann unsere Bedenken ausräumen und die Sorge wird größer, je mehr wir uns mit dem Thema auseinandersetzen." Wer sich aus der Bevölkerung für Informationen interessiert, kann sich jederzeit an die Sprecherinnen des Aktionsbündnisses Freier Heuberg, Christiane Kasprik und Dr. Andrea Metzger, wenden. 

Politischer Markt der Künste gegen den Sprengplatz Spitalwald im September 2010

mit Friedensjournalist Andreas Zumach und Buchautor Markus Kienle

 

Neben Vorträgen und Diskussionen boten KunsthandwerkerInnen ihre Produkte zum Verkauf. Zahlreiche politische Stände wie Attac, Greenpeace, Lebenhaus Schwäbische Alb, Courage, People to People informierten über ihre Aktivitäten. In der Backstube wurde der Film "Abenteuerland Heuberg" der Bürgerbewegung Zukunftswerkstatt Stetten a.k.M. gezeigt, der von Brigitte Hagg produziert wurde. Die Partei "Die Linke" zeigte eine Ausstellung über die Schattenseiten des angeblichen Friedenseinsatzes in Afghanistan, "Rebell" veranstaltete einen Bücherflohmarkt und spendete die Hälfte ihrer Einnahmen an das Aktionsbündnis.

 

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Banner des Aktionsbündnisses Freier Heuberg mit politischen Ständen
Zuschauer im Festzelt
Dr. Andrea Metzger, grüne Kreisrätin, Initiatorin und Sprecherin des Aktionsbündnisses mit Andreas Zumach, Friedensjournalist und Mitarbeiter der UNO

Verabschiedeter Antrag auf der Bundesversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Rostock, November 2009

Auf dem Truppenübungsplatz Heuberg beim Naturpark Obere Donau in Baden-Württemberg hat die Bundeswehr im Oktober 2008 mit dem Bau des modernsten Sprengplatzes Europas begonnen (Sprengplatz “Spitalwald“). Dort soll die zentrale Ausbildungseinrichtung aller Kampfmittelbeseitigungskräfte der Bundeswehr entstehen.

 

Im Rahmen der Ausbildung sollen die Kampfmittelbeseitigungskräfte das Sprengen von Kampfmitteln über und unter der Erdoberfläche erlernen. Die reinen Baukosten dieses 1. Sprengplatzes (ein weiterer ist in Planung) belaufen sich auf 7,5 Millionen Euro.

 

In der Region hat sich seit Bekanntwerden ein breiter grüner Widerstand gegen das Projekt Sprengplatz Spitalwald formiert, denn das Gelände, auf dem der Sprengplatz entstehen soll, liegt mitten in einem FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Gebiet und in einem Vogelschutzgebiet, zudem auf der Gemarkung Albstadt im Erdbebengebiet. Das Gelände wird vom Naturpark Obere Donau größtenteils umschlossen.

 

Es scheint erhebliche Fehler bei der Beteiligung und Information der umliegenden Gemeinden und der betroffenen Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Bau des Sprengplatzes gegeben zu haben. So wurde der betroffene Landkreis Zollernalbkreis bisher nicht in die Genehmigungsverfahren eingebunden, der Regionalverband Neckar-Alb nicht informiert und die Stadt Albstadt nicht angehört. Erstaunlich ist zudem, dass die Baumaßnahmen schon seit 2008 laufen, obwohl bei einer Informationsveranstaltung im Juli 2009 von einem Baubeginn ab September 2009 die Rede war.

 

Unklar sind auch die Fragen, ob die Auswirkungen der Sprengungen im Kalkjuragestein der Schwäbischen Alb geologisch eingehend geklärt wurden und welche Folgen für den Grundwasserschutz und die Trinkwasserversorgung zu befürchten sind. Albstadt liegt im Erdbebengebiet (größtes Erdbeben 1978).

 

Die Bevölkerung der Region ist schon seit Jahren erheblich durch Lärmbelästigungen aufgrund der jährlichen Flugeliteübungen betroffen. So wurde die Zahl der möglichen Einsatztage im Zuge des Baus des Sprengplatzes von 150 auf 230 erweitert. An 18 Tagen darf die Lautstärke mehr als 110 Dezibel betragen. Nach eigener Aussage der Bundeswehr könnte es da schon mal „ordentlich rumpeln“. Der Betrieb des Sprengwaldes Spitalwald führt so zu einer erheblichen Mehrbelastung durch Lärm und Erschütterungen in der Region.

 

Außerdem ist unklar, inwieweit die Herausnahme von Flächen aus der Bewirtschaftung aufgrund militärischer Nutzung (B-Flächen) mit der bisher praktizierten Schafbeweidung der FFH-Flächen vereinbar ist und inwieweit sich aus dem Radius der Gefahrenzonen um die Sprengplätze Auswirkungen für die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe und den Erhaltungszustand der Weideflächen ergeben (Verträglichkeit FFH-Gebiet).

Die Grünen fordern ein Moratorium für den Bau des Sprengplatzes Spitalwald, bis alle offenen Fragen erörtert wurden. Zudem soll geprüft werden, inwieweit alternative Standorte für den Bau des Sprengplatzes in Frage kommen würden.

 

Wir bitten die Bundesdelegiertenkonferenz dem Antrag zu folgen und die Bevölkerung den Protest gegen den Sprengplatz zu unterstützen.