DIE GRÜNEN IM ZOLLERNALBKREIS

Nur Fairer Handel ist freier Handel – Was sind die Alternativen zu CETA, TTIP & Co?

TTIP und CETA sind vielfach in der Diskussion. Es geht um den freien Handel zwischen EU und anderen Ländern, im speziellen USA bzw. Kanada. Nicht öffentliche Verhandlungen haben zu vielen Annahmen, Ängsten und Gedankenspielen geführt, leider. Aufklärung tut da Not. Schließlich will niemand den freien Handel einschränken; gerade die Europäische Union und der Euro stehen dafür als Erfolgsmodelle.

Aus diesem Grunde veranstaltet der Kreisverband der GRÜNEN in der Technologiewerkstatt in Albstadt-Tailfingen einen Diskussionsabend zu dem Thema

„Nur Fairer Handel ist freier Handel – Was sind die Alternativen zu CETA, TTIP & Co?“

Der Termin ist Dienstag, 4. Oktober um 20 Uhr.

In zwei Vorträgen sollen durchaus unterschiedliche Positionen zu Wort kommen. Sven Giegold, Europaabgeordneter der Grünen, und Martin Fahling, Bereichsleiter International bei der IHK Reutlingen, werden in ihren Vorträgen Stellung beziehen.

Sven Giegold ist Finanz- und Wirtschaftspolitischer Sprecher der GRÜNEN im EU-Parlament und in die TTIP-Verhandlung unmittelbar eingebunden.

Martin Fahling verantwortet als Mitglied der Geschäftsführung der IHK Reutlingen u.a. das Thema Außenwirtschaftspolitik. Er ist Mitglied des bundesweiten DIHK-Arbeitskreises Handelspolitik und setzt sich dort für eine mittelstandsgerechte Ausgestaltung von Handelsabkommen ein.

In einer anschließenden Diskussion sollen Fragen beantwortet werden und persönliche Einschätzungen zu Wort kommen.

Unternehmer und Privatpersonen, alle sind eingeladen, die das Thema interessiert. Mit Informationen aus Erster Hand kann man sich ein eigenes Bild machen.

Wolfgang Kaiser in der Städtischen Galerie Albstadt

Ein weiteres Mal geht es bei uns GRÜNEN im Zollernalbkreis um Kunst:
Dienstag, 06.09.16, 16 Uhr
zusammen mit Wolfgang Kaiser, Mitglied im Landesvorstand und Landesschatzmeister, sowie Gründungsmitglied der GRÜNEN, besuchen wir
im Rahmen einer Führung folgende Ausstellungen:

BÄUME im Landschaftsbild der Schwäbischen Alb und „DANIEL BRÄG – Kaltlandschaft“

Städtische Galerie Albstadt, Kirchengraben 11, 72458 Albstadt-Ebingen

Üppige Wälder zwischen Jurafelsen, markante Albbuchen, blühende Bäume und fruchtbare Streuobstwiesen – so abwechslungsreich wie die Landschaftseindrücke, die Künstler in Malerei und Grafik eingefangen haben, so vielfältig ist auch die Verbindung der Menschen mit den Bäumen, die sie durch die Jahreszeiten und die Phasen des Lebens begleiten. Die Ausstellung aus Beständen des Kunstmuseums der Stadt Albstadt zeigt eine Kunst- und Kulturgeschichte des Baumes, über mehr als drei Jahrhunderte hinweg bis in die Gegenwart ... mehr Infos unter:Öffnet externen Link in neuem Fenster

Jahreshauptversammlung am Mo. 27. Juni 2016

18.30 Uhr im Café La Gare - Bahnhof Balingen

 

Tagesordnung:

1. Wahl der Versammlungsleitung

2. Wahl der/s Protokollantin/en

3. Genehmigung der Tagesordnung

4. Rechenschaftsbericht des Vorstands

5. Rechenschaftsbericht des Kreisschatzmeisters: Uwe Sutter

6. Bericht Kassenprüfer: Konrad Wiget und Albert Reyer

7. Aussprache

8. Entlastung des Kreisschatzmeisters

9. Entlastung des Vorstands

10. Wahlen

a. Kreisvorstand

b. Kreisschatzmeister/in

c. 2 Kassenprüfer/innen

d. 2 Delegierte Landesdelegiertenkonferenz und 1 Delegierte/r Landesausschuss

e. 1 Delegierte/r Bundesdelegiertenkonferenz

f. 1 Delegierte LAG FrauenPolitik

 

Aktuelles und Sonstiges:

• B463: Ortsumfahrung Lautlingen

• LEA – wie geht es weiter? Zukunft und aktuelle Flüchtlingsunterbringung im ZAK

• Windkraftnutzung im ZAK: Auswirkungen der neuen EEG auf die geplanten Projekte

• Medizinkonzept für den ZAK

• Perspektiven für mehr Mobilität im ZAK und darüber hinaus

• Bundestagswahl im September 2017

• Sonstiges

Wir freuen uns sehr, Andrea Bogner-Unden, MdL, als Gast an diesem Abend begrüßen zu dürfen. Sie wird als Landtagsabgeordnete unseren Wahlkreis in den kommenden Jahren betreuen.

Der Tanz um das vegane Kalb

 

All Infos für das gesamte Wochenende finden Sie unter:

www.der-tanz-um-das-vegane-kalb.de

 

Oder Programm zum Download:

 

Programm

Die Wegwerfkuh

Almut Petersen, Tanja Busse (Autorin) und Kerstin Lamparter (unsere Landtagskandidatin) bei der Autorenlesung am 28. September in der Hechinger Buchhandlung Welte

Einladung

Bildung in Bewegung – Wohin geht die Reise?

 

Seit Montag herrscht wieder Schulbetrieb und bestimmt den Alltag von Lehrer*innen, Schüler*innen und betroffenen Eltern. Auch der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen beschäftigt sich mit dem Thema Bildung und lädt am Montag, 21. September, 19 Uhr, zu einem Podiumsgespräch mit ausgewiesenen Fachmenschen ins Jugendcafé Hölzle, Langwatte 58, Albstadt-Ebingen.

 

Kaum ein Politikbereich ist in jüngster Zeit so stark von Veränderungen gekennzeichnet, wie die Bildung. Schulleitungen und Lehrer*innen-Kollegien beklagen, dass eine Reform schon die nächste jage, noch bevor die ersten  Neuerungen richtig umgesetzt sind.

Unter der grün-roten Landesregierung wurde dabei der größte Wandel vollzogen und – zumindest in der theoretischen Planung – ein Paradigmenwechsel eingeleitet. Neue Schularten sind eingeführt, die mehr Bildungschancen für alle Schüler*innen eröffnen sollen.

Entsprechend breit gestreut ist die Reaktion bei den Betroffenen, die von heftiger Verunsicherung über pragmatisches Abwarten bis hin zu einem „Endlich!“ in freudiger Erwartung reicht.

In dem Podiumsgespräch im „Hölzle“, in das sich anschließend auch das Publikum einbringen kann,  wollen die Kreisgrünen eine klärende Bestandsaufnahme machen und einen Blick in die Zukunft wagen.

Dabei sollen nicht außer Acht gelassen werden, dass Bildung ein lebenslanger Prozess ist und in allen Lebenswelten stattfindet. Kaum einem anderen Bereich wird daher auch eine so grundlegende Querschnittsbedeutung für die gesamte Politik beigemessen, wie ihr. Bildung beginnt lange vor dem Schul-Eintritt, findet auch neben und außerhalb der Schule statt und hört nach ihr nicht auf. Bildung hat weniger mit Schulnoten und –abschlüssen zu tun, als mit der Kunst, lebenstüchtige Persönlichkeiten zu fördern.

 

Am Podiumsgespräch nehmen teil:

- Gernot Schultheiß, Leiter des Staatlichen Schulamts Albstadt

- Wolfgang Straub, Mitglied der LAG Bildung B90/DIE GRÜNEN

- Matthias Roemer-Peters, Vertreter der GEW

- n.n., Elternvertreter*in

 

Die Moderation liegt in den Händen von Thomas Poreski, MdL, Sozialpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion B90/DIE GRÜNEN

 

 

 

 

 

Bei dieser Veranstaltung bitten wir um Anmeldung:

Erwin Feucht, erwin@feucht-privat.com

Technokratie oder Demokratie - Welches Europa wollen wir?

Vortrag von Gerald Häfner, MdEP

in der Freien Waldorfschule Balingen, Eintritt frei

 

Mittwoch, 04.02.15 um 20 Uhr

 

Veranstalter sind: 

Freie Waldorfschule Balingen

B90/DIE GRÜNEN - Kreisverband Zollernalb

Mellifera e.V.

Anthroposophische Gesellschaft

 

Gerald Häfner ist Mitbegründer der Grünen und war lange in seiner bayrischen Heimat München Geschäftsführer und Landesvorsitzender. Er engagiert sich seit über 25 Jahren für mehr direkte Demokratie und eine Stärkung der Bürgerrechte und ist in diesem Bereich unter anderem Initiator von Mehr Demokratie und Democracy International, sowie der Petra-Kelly-Stiftung und der Stiftung zur Aufarbeitung von DDR-Unrecht.

Für seine politische Tätigkeit ist Gerald Häfner mehrfach ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Silbernen Mikrofon als bester Redner des Deutschen Bundestages 2001, sowie dem National Leadership Award für Politische Innovationdes Economic Forum Deutschland 2005.

Trägheit des Bundes gefährdet Ausbau der Regionalstadtbahn Neckar-Alb

Pressemitteilung vom 27.11.2014, Nr. 46/2014

 

Im Jahr 2019 läuft das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) aus. Auf Grundlage dieses Bundesgesetzes werden viele regionale Verkehrsprojekte finanziell unterstützt. Ohne das Geld des Bundes, mit dem über die Hälfte der zuschussfähigen Kosten gedeckt werden, wären Länder und Kommunen mit der Finanzierung überfordert. Dies gilt auch für den Ausbau der Regionalstadtbahn Neckar-Alb. Leider gibt es bis heute keine Finanzierungsgrundlage für die Zeit ab 2020. Wenn nicht in Kürze eine Nachfolgeregelung für das GVFG gefunden wird, droht eine Hängepartie bei der Planung neuer Schienenwege für S- und Stadtbahnen und schließlich das Aus vieler Projekte. „Durch das Auslaufen des Gesetzes haben die Länder und Kommunen keine Planungssicherheit mehr, so dass viele Projekte am seidenen Faden hängen“, sagt der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel aus Filderstadt. Er vertritt die Grünen im Bundestags-Verkehrsausschuss und ist deren bahnpolitischer Sprecher.

 

Besorgt um die Zukunftschancen zahlreicher Schienenprojekte im Land hat sich Matthias Gastel an die Bundesregierung gewandt. Er hat gefragt, wann die Bundesländer mit einer Finanzierungsgewissheit für Vorhaben wie die Verlängerung der S-Bahn von Filderstadt nach Neuhausen, die Breisgau S-Bahn, die Hermann-Hesse-Bahn nach Calw, die Regionalstadtbahn Reutlingen-Tübingen und das Mobilitätsnetz Heidelberg rechnen können. Die Bundesregierung teilte dem grünen Bahnpolitiker lediglich mit, dass eine Anschlussfinanzierung erreicht werden solle. Auf die Frage nach dem Zeitplan für die Neuregelung gab die Bundesregierung aber keine Antwort. „Es sieht so aus, als habe das Verkehrsministerium keine Zeit für dringende Aufgaben, weil es seit bald einem Jahr nur mit ihrer unsinnigen PKW-Maut beschäftigt ist“, kritisiert Matthias Gastel. „Wir brauchen aber auf jeden Fall Investitionen in die Schiene, um mehr Fahrgäste zu gewinnen und die Straßen zu entlasten. Es ist verantwortungslos, dass die Bundesregierung nicht in der Lage ist, zeitnah ein entsprechendes Gesetz zur Finanzierung zu erarbeiten. Dabei gibt es viele sinnvolle und notwendige Projekte des Schienennahverkehrs, welche in den nächsten Jahren realisiert werden sollten“, so Gastel.

 

„Eines der Projekte, das ganz entscheidend von der Fortführung der GVFG-Mittel abhängt,  ist die Regionalstadtbahn Neckar-Alb“, ergänzt der Tübinger Bundestagsabgeordnete Chris Kühn. „Mit diesem umfangreichen Städtebahnsystem könnte die gesamte Verkehrssituation in der Region um Tübingen, Reutlingen und Hechingen erheblich verbessert werden. Die Regiostadtbahn ist das wichtigste Infrastrukturprojekt unserer Region.“ Wegen des Auslaufens des GVFG kann zunächst nur ein erstes Modul (Elektrifizierung und Ausbau der Ammertalbahn und der Ermstalbahn sowie Ausbau der Neckar-Alb-Bahn) in Angriff genommen werden. „Wir wollen eine runde Lösung, von der möglichst viele Fahrgäste profitieren. Die Regiostadtbahn wird erst mit beiden Modulen 1 und 2 ihre volle Leistung erfüllen. Ohne Modul 2 werden Hechingen und der Zollernalbkreis von der positiven Entwicklung der Regionalstadtbahn abgehängt “, so Chris Kühn.  „ Wir werden daher die Bundesregierung weiter drängen, so schnell wie möglich für Finanzierungssicherheit von Modul 1 und 2 zu sorgen. Eine weitere Verzögerung bei der GVFG-Mitteln schadet vor allem den Menschen und Fahrgästen im Zollernalbkreis.“

 

Willkommen auf der Schwäbischen Alb

Eine ehemalige Kaserne als erste Bleibe für Flüchtlinge vor Krieg und Gewalt, es ist ein bisschen wie Schwerter zu Pflugscharen.

 

Immer mehr Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Krieg und Gewalt. Leider. Und immer mehr Menschen suchen auch in Deutschland, in Baden-Württemberg und letztendlich bei uns im Zollernalbkreis Schutz und Bleibe. Wir vom Kreisverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sind froh, dass es für die meisten Bewohner des Zollernalbkreises ebenso wie für Landrat Pauli und Bürgermeister Mennig eine absolute Selbstverständlichkeit ist, die notgeratenen Menschen aufzunehmen und das Land Baden-Württemberg bei einer bestmöglichen Unterbringung der Flüchtlinge zu unterstützen.

 

Für uns ist wichtig, dass die ankommenden Menschen nach Flucht und Verfolgung bei uns auf der Alb wohlbehalten und in Sicherheit sind und nicht begrüßt werden von rechtsradikalen Umtrieben. Als grüner Kreisverband unterstützen wir alle Bemühungen von Politik und Bürgern zu einem wohlwollenden Willkommen beizutragen und gute Strukturen dafür zu schaffen, egal ob die Unterbringung in der Zollernalbkaserne nur eine kurze vorübergehende oder auch längerfristige Lösung darstellen wird.

Neue Europagruppe GRÜNE:

Brücke zwischen Bürger_innen und EU-Institutionen

 

Mit den vergangenen Europa- & Kommunalwahlen haben wir Grünen uns aus dem Tief der Bundestagswahl herausgearbeitet. Durch überzeugende Arbeit in Kommunen, Land und Europaparlament haben wir ein starkes Ergebnis geschafft. Das ist vor allem dem engagierten Wahlkampf vieler Aktiver vor Ort zu verdanken! Zu unseren 11 deutschen Grünen konnten wir die Piratin Julia Reda und den ödp-Abgeordneten Prof. Buchner dazu gewinnen. Unsere Europafraktion ist zwar leider etwas geschrumpft, hat aber immerhin Mitglieder aus mehr Ländern als vorher: auch aus Ungarn, Spanien und Kroatien haben wir jetzt Grüne Abgeordnete. In Schweden und Österreich konnten Grüne mehr Mandate gewinnen, nicht zuletzt durch klar pro-europäische Positionen gegen die PopulistInnen der SchwedenDemokraten und der FPÖ. 
 
Bei aller Freude über das gute Grüne Wahlergebnis in Deutschland: Europa steckt in einer tiefen Krise. Der Süden aber auch Frankreich und Großbritannien versinken in wirtschaftlichen Problemen, Arbeitslosigkeit und politischem Populismus. Im neuen Europaparlament werden 30 Prozent GegnerInnen der europäischen Einigung sitzen, auch aus Deutschland. Es besteht die Gefahr, dass die Unterstützung für unser gemeinsames Haus Europa weiter schrumpft. Darauf müssen wir reagieren gemeinsam mit allen ProeuropäerInnen und als Grüne ganz besonders. 
 
Die meisten BürgerInnen wollen weiterhin die Europäische Einigung. Sie glauben aber, dass die jetzigen EU-Institutionen und die europäischen Eliten diese gute Idee oftmals schlecht umsetzen. 
 
Europa braucht eine entschlossene Reaktion auf dieses Wahlergebnis. Viele Bürgerinnen und Bürger haben das Gefühl, dass sie von der europäischen Einigung wenig profitieren. Europa bedeutet für sie all zu oft undemokratische Entscheidungen, Sparprogramme und einseitige Orientierung auf Wettbewerb und Konkurrenz am Arbeitsmarkt. In vielen Ländern wurden die RechtspopulistInnen vor allem von BürgerInnen gewählt, die aus Regionen kommen, die von der raschen Vereinigung unseres Kontinents weniger profitiert haben. Insofern ist der Rechtspopulismus auch ein Ausdruck sozialer und regionaler Spaltung der Gesellschaft. Europa braucht daher nachhaltige Investitionen in Gemeinschaftsprojekte, die europäische Identität schaffen können und auch denen nützen, die von der Europäischen Einigung bislang abgehängt wurden. Dazu gehören beispielsweise schnelle Internetanschlüsse für alle Regionen, Erasmus für Alle - gerade auch für Auszubildende, eine Europäische Anstrengung für die Umstellung auf Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, ein gemeinsamer Fernsehsender wie ARTE aber für ganz Europa. Damit würde Europa den Ruf verlieren, nichts für die Schaffung nachhaltiger Jobs zu tun und die einseitige Orientierung auf Strukturreformen überwinden. Unseren Grünen New Deal müssen wir so ausbuchstabieren und weiterentwickeln. 
 
Finanzieren ließe sich das auch durch mehr Europäische Zusammenarbeit - nämlich bei der Bekämpfung von Steuerflucht, Steuerhinterziehung und Steuerdumping sowie der Streichung umweltschädlicher und unnützer Subventionen. Profite großer Unternehmen leisten im verschärften Steuerwettbewerb kaum noch einen Beitrag zur Gemeinschaft. Kleine und mittlere Unternehmen zahlen dafür drauf während soziale und lokale Infrastruktur abgebaut werden. 
 
Der Unwille der BürgerInnen kommt jedoch nicht nur vom Inhalt europäischer Politik, sondern auch wie sie gemacht wird. Europas Demokratie ist viel besser als ihr Ruf. Schon jetzt sind zum Beispiel die Ausschüsse des Europaparlaments transparenter als im Bundestag und die EU-Kommission offener als die meisten deutschen Ministerien. Gleichzeitig habe ich während des Wahlkampfs die große Distanz zwischen Bürgerinnen und Bürgern und den Europäischen Institutionen gespürt. Fast in jedem Gespräch wurde deutlich wie weit Brüssel weg ist, selbst wenn das Europaparlament nach wie vor den besten Ruf genießt. Das ist eine demokratische Zeitbombe, die uns Grünen nicht egal sein darf. Wir brauchen in der EU eine Offensive für eine echte Europäische Demokratie und müssen als Grüne auch unsere Arbeit im Europaparlament weiterentwickeln. 
 
Die Europäische Demokratie muss vorbildlich werden für Transparenz und Freiheit von illegitimen Lobbyeinflüssen. Unser Lobbyistenregister muss endlich verbindlich für alle professionellen Interessensvertreter werden, die in EU-Institutionen aktiv sind. Was für das Europaparlament gilt, muss auch im Rat der Mitgliedstaaten gelten: Sitzungen und Dokumente müssen weitgehend öffentlich werden. So können sich Konflikte zwischen Gemeinwohl und Einzelinteresse nicht mehr als Kampf nationaler Interessen tarnen. Interessenkonflikte müssen sowohl bei Abgeordneten als auch EU-KommissarInnen durch längere Karenzzeiten vor neuen Jobs in der Wirtschaft und Offenlegungspflichten verhindert werden. Die direkte Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger selbst kann gestärkt werden: Kommission und Parlament sollten sich verpflichten, auf eine erfolgreiche Europäische Bürgerinitative hin, tatsächlich einen Gesetzgebungsprozess zu starten. Das Wahlrecht selbst sollte europäischer werden, letztlich mit ergänzenden europaweiten Listen der Parteien. Und selbstverständlich muss nun ein Spitzenkandidat der Europäischen Parteien bei der Europawahl EU-Kommissionspräsident werden und nicht einE KandidatIn aus dem Hinterzimmer von Kanzlerin Merkel. 
 
Aus dem Wahlergebnis können wir aber auch für unsere eigene Grüne Arbeit im Europaparlament lernen. Die Arbeit an der EU-Gesetzgebung war oft erfolgreich, aber zu wenig sichtbar. Wir müssen viel stärker aus der Brüsseler Blase heraustreten und Grüne Brücken für unsere PartnerInnen in kritischer Zivilgesellschaft, nachhaltigen Unternehmen und Gewerkschaften in die EU-Institutionen bauen. Statt unzählige Veranstaltungen in Brüssel zu organisieren, muss mehr Energie in die Kommunikation zwischen BürgerInnen und Europaparlament fließen. Flüchtlingsinitiativen, TTIP-KritikerInnen, GegnerInnen von Fracking und Massentierhaltung, Unternehmen für zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen usw. können wir mit den Ressourcen unserer Fraktion europäische Begegnungen untereinander und mit uns Abgeordneten ermöglichen. So machen wir deutlich: Grüne kämpfen in Brüssel für ihre Anliegen. Für sie muss Europäische Demokratie erfahrbar werden - durch aktive und starke Grüne. Europas soziale und demokratische Leerstellen können wir nur mit der Unterstützung unserer Verbündeten füllen. 
 
Sven Giegold, MdEP, Co-Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen zur Europawahl 2014, neuer Sprecher der Europagruppe Grüne. 
 
 
 
 
 

Mitglieder von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und Grün-Interessierte auf politischer Bildungsreise in Berlin

 

Drei Mal im Jahr kann jeder Bundestagsabgeordnete im Namen des Bundespresseamtes (BPA) Parteimitglieder und an Politik interessierte Bürger zu sich nach Berlin einladen. Vom 27. bis 30. April 2014 folgten aus dem Zollernalbkreis acht Interessierte der Einladung des neu gewählten grünen Bundestagsabgeordneten Chris Kühn.

 

Zusammen mit Reisenden aus den Kreisverbänden Tübingen, Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald-Baar bildeten sie eine bunte Gruppe aus 49 bildungshungrigen Personen, die von Dr. Stefanie Hähnlein, wissenschaftliche Mitarbeiterin in Chris Kühns Tübinger Büro, begleitet wurde.

 

Stadtrundfahrten an politischen Gesichtspunkten orientiert mit Politik-Satire vermischt („Wohnraum wird immer knapper und teurer, dafür gibt’s mehr als genug freistehende Büroflächen – und sehen Sie, hier vorn wird schon wieder ein dringend benötigtes Bürogebäude gebaut!“) – der Vertreter des Bundespresseamts verstand es, die Situation in Berlin amüsant und anschaulich rüberzubringen.

 

Baustellenproblematik, Flughafendesaster, Stadtpolitik – zu allem gab er mit viel Humor seine Kommentare. Für den Bau des neuen Stadtschlosses für 450 Millionen Euro (geplant) und einer Milliarde Euro (in seinen Augen realistisch) bedankte er sich ausdrücklich bei den Reiseteilnehmern, da dieses Projekt vom Bund und dadurch über Steuergelder finanziert werde.

 

Reichstagsgebäude, Verkehrsministerium, Jüdisches Museum, Bundesgeschäftsstelle von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN: „Der Tag hat 24 Stunden – und schlafen können Sie zuhause!“ – streng nach diesem Motto leitete der BPA-Referent die 49 Baden-Württemberger von Termin zu Termin. Auf dem Plan stand ein Besuch des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, ein Besuch des Reichstagsgebäudes mit Plenarsaal und Kuppelrundgang. Chris Kühn empfing die Truppe in einem der „Hinterzimmer“ des Reichstagsgebäudes und erzählte von seiner Arbeit als Bundestagsabgeordneter. Bleibenden Eindruck bei hinterließ der Besuch im Jüdischen Museum. Schon die Architektur des Gebäudes (Architekt ist Daniel Libeskind) – ein dunkler, gezackter Bau mit wenigen, schlitzartigen Fenstern, genannt „zwischen den Linien“ – gehört zum Museums-Erlebnis dazu. Dunkle Materialien, schräge Böden, schiefe Wände, sich verengende Gänge und nur wenig Licht wirken sehr beklemmend. Es komme häufig vor, dass Besucher körperliche Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit oder Krankheitsgefühl bekämen, so der Guide. Dieser Effekt sei gewollt und solle die teilweise totale Orientierungslosigkeit und Ausweglosigkeit des jüdischen Lebens in Deutschland in den letzten 2.000 Jahren darstellen. Interessant war auch die Sonderausstellung des während des Nationalsozialismus in die USA emigrierten Fotografen Fred Stein.

 

Entspannter verlief der Besuch der Bundesgeschäftsstelle von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN am Platz vor dem Neuen Tor, die in einem energetisch sanierten, sonnengelb gestrichenen Altbau untergebracht ist. Nach einer kurzen Einführung durch Robert Heinrich, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, wurde auch hier wieder ausgiebig diskutiert und politisiert.

 

Und abends? Das umfangreiche Tagesprogramm ging nahtlos in das mehr oder weniger umfangreiche Abend- und Nachtprogramm über. Gemütliches Beieinander und lange Gespräche mit Chris Kühn, ein Besuch des Distel Kabarett Theaters und "Berlin auf eigene Faust" waren möglich.

Auch Kandidaten und Kandidatinnen für den Gemeinderat Balingen und für den Kreistag fuhren mit nach Berlin: Uwe Jetter (3. v. l.), Peter Seifert (3. v. r.), Bastian Weikum (2. v. l.), Gabi Woywode (2. v. r.) und Bernd Schmid (4. v. l.)